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Kopfzentrum Bielefeld

Cholesteatom

Ohr & Hören & Schwindel
Farbige Zeichnung eines Ohrquerschnitts mit eingezogenem Trommelfell und einer perlmuttartigen Masse im Mittelohr, die die Gehörknöchelchen umwächst
Farbige Zeichnung einer Operation hinter dem Ohr: Halteinstrumente öffnen den Zugang, ein Fenster im Knochen zeigt die perlmuttartige Masse, ein feines Instrument entfernt sie

Diagnose

Ein Cholesteatom ist eine Ansammlung von verhornenden Hautzellen im Mittelohr und im Warzenfortsatz, die langsam wächst und umliegende Strukturen schädigen kann. Die Diagnose stellt sich meist unter dem Ohrmikroskop oder mit dem Endoskop: Das Trommelfell ist im Dachbereich eingezogen oder es zeigt sich eine Perforation, aus der eine weißliche Masse sichtbar wird. Eine Hörprüfung zeigt, ob die Gehörknöchelchen bereits beteiligt sind; eine Computertomographie kann Ausdehnung und Knochenbeteiligung genauer darstellen.

Symptome

Typisch ist ein dauerhaft eitriger, oft übel riechender Ohrenausfluss aus einem Ohr, häufig begleitet von einer zunehmenden Hörminderung oder einem Druckgefühl. Da die Masse knöcherne Strukturen angreifen kann, sind Schwindel, Ohrgeräusche oder eine Schwäche der Gesichtsmuskulatur Warnzeichen, die zeitnah abgeklärt werden sollten.

Ursachen

Am häufigsten entsteht ein Cholesteatom aus einer dauerhaften Belüftungsstörung der Eustachischen Röhre: Das Trommelfell zieht sich im Dachbereich ein und bildet eine Tasche, in der sich Hautzellen sammeln. Nach Trommelfellperforationen oder Operationen kann Haut in das Mittelohr einwachsen; selten wird die Anlage angeboren beobachtet.

Behandlungsmöglichkeiten

Ein Cholesteatom lässt sich nicht mit Tropfen oder Medikamenten beseitigen; die Behandlung ist operativ. In der Operation wird die Masse über einen Zugang hinter dem Ohr entfernt und der Warzenfortsatz ausgeräumt; dabei unterscheidet man Verfahren, die die hintere Gehörgangswand erhalten, und Verfahren, die eine dauerhaft offene Höhle bilden. Beschädigte Gehörknöchelchen können in derselben oder einer späteren Sitzung durch eine Tympanoplastik wiederhergestellt werden. Wegen der Gefahr eines erneuten Wachstums werden Kontrolltermine über viele Jahre empfohlen.

Nach dem Eingriff

Nach der Operation wird die Wunde mehrere Wochen versorgt und geschützt; das Ohr sollte in dieser Zeit nicht unter Wasser geraten. Hörkontrollen und mikroskopische Kontrolluntersuchungen begleiten die Heilung. Manchmal folgt nach einigen Monaten eine zweite Operation, um das Ergebnis zu überprüfen, Restgewebe zu entfernen oder das Gehör zu verbessern.