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Kopfzentrum Bielefeld

Cholesterolgranulom der Felsenbeinspitze

Ohr & Hören & Schwindel
Farbige Zeichnung eines Ohrquerschnitts mit intaktem Trommelfell und dahinter einer dunkelbraunen Masse mit goldenen Kristallglanzen und einem Flüssigkeitsspiegel
Farbige Zeichnung einer Operation hinter dem Ohr: Halteinstrumente öffnen den Zugang, ein Knochenfenster unterhalb der Schnecke zeigt die dunkle Flüssigkeit, ein feines Sauginstrument leitet sie ab
Farbige Zeichnung der Felsenbeinspitze: Schädelbasis von der Seite mit halbdurchsichtiger Schläfenbeinpyramide, an deren Spitze eine dunkelbraune Zyste mit goldenen Kristallglanzen zwischen Innenohr und Arterie liegt, darunter ein Axialschnitt mit der Lage der Zyste

Diagnose

Ein Cholesterolgranulom ist ein mit Cholesterinkristallen gefüllter, langsam wachsender Zystenherd im Warzenfortsatz oder an der Felsenbeinspitze. Es zeigt sich im Ohrmikroskop als dunkelbraune bis bläulich schimmernde Fläche hinter einem intakten Trommelfell; eine Hörprüfung kann eine Schallleitungskomponente zeigen. Die Kernspintomographie liefert das entscheidende Bild: Der Befund nimmt in beiden Sequenzen hell an, was ihn von anderen Raumforderungen unterscheidet.

Symptome

Viele Granulome fallen zufällig auf Bildaufnahmen auf. Wenn Beschwerden auftreten, sind es meist ein Druckgefühl, eine langsame Hörminderung oder Ohrgeräusche; bei tief gelegenen Befunden an der Felsenbeinspitze können Doppelbilder oder ein Taubheitsgefühl im Gesicht hinzukommen, wenn Nerven mitgedrückt werden.

Ursachen

Das Granulom entsteht, wenn Luftkammern des Felsenbeins mit Blut oder entzündlichem Sekret gefüllt sind und nicht mehr belüftet werden: Die Zellen bauen das Blut ab, freigesetzte Cholesterinkristalle reizen das Gewebe, und eine mit Kristallen und Entzündungszellen gefüllte Zyste wächst langsam.

Behandlungsmöglichkeiten

Ein kleiner, unauffälliger Befund kann mit Bildkontrollen beobachtet werden. Beschwerden oder Wachstum sprechen für eine dränierende Operation: Über ein kleines Knochenfenster unterhalb der Schnecke (infrachochlearer Zugang) wird die Zyste eröffnet und mit einem feinen Schlauch dauerhaft mit dem Mittelohr oder dem Gehörgang verbunden, sodass sich das Sekret nicht erneut ansammelt. Der Zugang schont Hörfunktionen und Gesichtsnerv und wird vom Gehörgang aus erreicht.

Nach dem Eingriff

Die Wunde hinter dem Ohr heilt in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Der Drainageschlauch bleibt dauerhaft liegen und wird in den Kontrolluntersuchungen auf Durchgängigkeit geprüft; Bildkontrollen zeigen, dass die Zyste schrumpft. Hörkontrollen dokumentieren, dass das Gehör erhalten bleibt.