Startseite

Kopfzentrum Bielefeld

Intratympanale Injektion mit Kortison

Ohr & Hören & Schwindel
Medizinische Zeichnung: feine Injektionsnadel, die durch den Gehörgang und das Trommelfell in Richtung Rundfenster führt, daneben eine liegende Patientin mit seitlich gedrehtem Kopf

Bei einer intratympanalen Injektion wird ein Medikament – in der Regel ein Kortisonpräparat (Kortikosteroid) – mit einer feinen Nadel durch das Trommelfell in das Mittelohr gespritzt. Von dort kann es auf das Innenohr einwirken. Das Verfahren wird vor allem dann erwogen, wenn eine Tabletteneinnahme von Kortison nicht ausreicht, nicht gewünscht oder nicht möglich ist.

Wann die Injektion eingesetzt wird

Genutzt wird das Verfahren vor allem bei plötzlicher Innenohrschwerhörigkeit ohne erkennbare Ursache und beim Morbus Menière. Eine plötzliche Hörminderung gilt als HNO-Notfall und sollte frühzeitig abgeklärt werden. Ob eine intratympanale Injektion in der eigenen Situation sinnvoll ist, hängt vom Befund und von der Vorgeschichte ab und wird vorab besprochen.

Ablauf

Die Injektion erfolgt in der Regel ambulant. Der Patient liegt mit dem behandelten Ohr nach oben. Die Einstichstelle durch das Trommelfell kann zuvor betäubt werden, etwa mit einem betäubenden Tropfen. Nach der Injektion bleibt das Medikament eine Zeitlang im Mittelohr; dafür wird die behandelte Seite einige Minuten lang ruhig gehalten. Je nach Befund sind mehrere Sitzungen in Abständen möglich.

Mögliche Beschwerden und Risiken

Während und nach dem Eingriff können ein kurzer Schmerz, ein Druckgefühl, ein vorübergehendes Ohrgeräusch oder eine vorübergehende Hörschwankung auftreten. Wie bei jedem Eingriff durch das Trommelfell kann die Einstichstelle länger offen bleiben oder sich eine Entzündung entwickeln. Der Befund und die möglichen Folgen werden vor der Behandlung besprochen.

Einordnung der Wirkung

Der Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass das Medikament direkt am Innenohr ankommt und weniger im übrigen Körper verteilt wird als bei einer Tabletteneinnahme. Ob und in welchem Maß sich dadurch das Hörvermögen verbessert, ist im Einzelfall offen; Übersichtarbeiten kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Eine bestimmte Wirkung kann deshalb nicht zugesichert werden.

Medizinische Quellen