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Kopfzentrum Bielefeld

Laserchirurgische Kehlkopferweiterung nach Steiner bei beidseitiger Rekurrensparese

Hals & Kopf
Medizinische Zeichnung der laserchirurgischen Kehlkopferweiterung nach Steiner: CO₂-Laser erweitert die hintere Stimmritze

Bei einer beidseitigen Rekurrensparese sind beide Stimmlippen gelähmt und stehen meist eng beieinander in der Mitte. Die Stimme ist dabei häufig erstaunlich gut, doch die Atmung ist eingeschränkt – besonders bei Belastung. Die laserchirurgische Kehlkopferweiterung nach Steiner vergrößert mit dem CO₂-Laser die Atemwegsöffnung im Kehlkopf, damit wieder ausreichend Luft durch die Stimmritze strömen kann.

Ziel des Eingriffs

Ziel ist eine sichere Atmung im Alltag und bei Belastung – möglichst ohne dauerhafte Trachealkanüle. Dafür wird die hintere Stimmritze dosiert erweitert, typischerweise durch teilweise Entfernung eines Stellknorpels (Arytaenoidektomie) oder einen gezielten Schnitt im hinteren Stimmlippenbereich. Der Eingriff erfolgt endoskopisch durch den Mund mit dem Operationsmikroskop, ohne Schnitt am Hals.

Ablauf der Operation

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Über ein Kehlkopfröhrchen (Laryngoskop) wird der Kehlkopfeingang dargestellt; mit dem CO₂-Laser wird das Gewebe im hinteren Stimmlippenbereich schrittweise abgetragen. Die Erweiterung wird bewusst vorsichtig dosiert, weil jede Vergrößerung der Atemwegsöffnung die Stimme schwächen kann. Häufig ist eine Kontrolle oder eine weitere Sitzung nach Abheilung sinnvoll.

Vordere Kommissur

Damit sich die Stimmlippen frei öffnen können, müssen sie an der vorderen Kommissur – dem vorderen Ansatzpunkt beider Stimmlippen am Schildknorpel – frei liegen. Sind sie dort verwachsen oder verklebt (vordere Synechie), werden sie mit dem Laser aufgetrennt. Um ein erneutes Zusammenwachsen zu verhindern, kann eine kleine Platte oder ein Stent zwischen die getrennten Stimmlippen eingelegt und später wieder entfernt werden.

Stimme, Schlucken und Grenzen

Atmung und Stimme stehen bei diesem Eingriff in einem Zielkonflikt: Je weiter die Stimmritze geöffnet wird, desto besser die Atmung, aber desto leiser und anstrengender kann die Stimme werden. Vorab wird gemeinsam festgelegt, welches Ziel im Vordergrund steht. Mögliche Risiken sind Nachblutung, Vernarbung mit erneuter Einengung, vorübergehende Schluckstörungen mit Verschlucken sowie eine Schwächung der Stimme. Ob und wann ein Eingriff sinnvoll ist, hängt vom Einzelbefund ab und wird nach ausführlicher Untersuchung und Beratung entschieden.

Medizinische Quellen