Kopfzentrum Bielefeld
Mediane und laterale Halsfisteln


Diagnose
Mediane und laterale Halsfisteln sind angeborene Gänge, die von der Entwicklung von Schilddrüse und Hals zurückbleiben. Die mediane Halsfistel folgt dem Weg, den die Schilddrüse von der Zungenwurzel in den unteren Hals genommen hat, und liegt in der Halsmitte; die laterale Halsfistel folgt den Anlagen der Kiemenbögen und liegt seitlich am vorderen Rand des großen Halsmuskels. Beurteilt werden die Hautöffnung und ihr Sekret; eine Ultraschalluntersuchung, seltener eine Kernspintomografie, zeigt Verlauf und Ausdehnung. Bei einem medianen Befund wird zusätzlich geprüft, ob funktionsfähiges Schilddrüsengewebe vorhanden ist.
Symptome
Mediane Halsfisteln zeigen sich als kleine Öffnung oder als derbe, verschiebliche Schwellung in der Halsmitte, meist dicht oberhalb des Kehlkopfs; die Schwellung bewegt sich beim Schlucken oder beim Herausstrecken der Zunge mit. Laterale Halsfisteln zeigen sich als kleine Öffnung am vorderen Rand des großen Halsmuskels, aus der klares oder milchiges Sekret austritt. Beide Formen können sich entzünden, anschwellen und eitern; nach einer abgeheilten Eiterung bleibt oft ein tastbarer Strang oder eine Narbe zurück.
Ursachen
Beide Anlagen entstehen während der embryonalen Entwicklung: Der Gang, den die Schilddrüse auf ihrem Weg von der Zungenwurzel in den unteren Hals nimmt, schließt sich nicht vollständig. Bilden sich Anteile der Kiemenbögen, aus denen Hals und Ohren hervorgehen, nicht zurück, bleiben sie als Gang oder Zyste übrig. Mediane Befunde zeigen sich meist im Kindesalter vor dem zehnten Lebensjahr, laterale häufiger bei Kindern und jungen Erwachsenen.
Behandlungsmöglichkeiten
Ist die Anlage entzündet oder eitrig, wird zunächst die Entzündung behandelt, nötigenfalls mit Eröffnung einer Eiteransammlung und Antibiotika, bis der Befund zur Ruhe kommt. Mediane Halsfisteln werden operativ entfernt, wobei ein Anteil des Zungenbeins und der Gang bis zur Zungenwurzel mitgenommen werden, damit sich der Befund nicht erneut bildet. Laterale Halsfisteln werden als vollständiger Gang mit der Hautöffnung und der inneren Fortsetzung entfernt. Nach dem Eingriff folgen Kontrolluntersuchungen; verbleibt Restgewebe, kann ein weiterer Eingriff erforderlich werden.