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Kopfzentrum Bielefeld

Nasenbluten

Nase & Nebenhöhlen
Farbige Zeichnung einer Ansicht der Nasenscheidewand mit einem feinen Oberflächenblutgefäß und zwei kleinen roten Tropfen, die nach unten laufen
Farbige Zeichnung derselben Ansicht der Nasenscheidewand, in der ein schlankes Instrument mit abgerundeter Spitze die blutende Stelle verschließt, ohne Tropfen

Diagnose

Nasenbluten (Epistaxis) gehört zu den häufigsten Notfällen in der HNO-Praxis. Meist stammt die Blutung aus der vorderen Nasenscheidewand, wo mehrere feine Gefäße sehr oberflächlich verlaufen. Nach der Stillung wird die Nase endoskopisch beurteilt, um die Blutungsquelle aufzusuchen; eine Blutuntersuchung kann eine Gerinnungsstörung aufdecken, die Blutdruckmessung einen begünstigenden Faktor.

Symptome

Typisch ist helles Blut, das aus einem Nasenloch nach vorn tritt, oft nach Schnäuzen, Reiben oder bei trockener Schleimhaut. Läuft das Blut überwiegend den Rachen hinab, tritt es beidseitig auf oder hält es trotz ruhigem Drücken länger als etwa eine halbe Stunde an, kann eine hintere, schwerere Blutung vorliegen. Schwindel, Blässe und Übelkeit bei starker Blutung sind Gründe, sofort eine Klinik aufzusuchen.

Ursachen

Am häufigsten folgen Nasenbluten einer Reizung oder Verletzung der Schleimhaut: durch Bohren in der Nase, kräftiges Schnäuzen, trockene Heizungsluft, Erkältungen, allergische Entzündungen oder die dauerhafte Anwendung von Nasensprays. Begünstigend wirken ein dauerhaft erhöhter Blutdruck, Medikamente, die die Gerinnung hemmen, angeborene Gerinnungsstörungen und Veränderungen der Gefäße. Bei einseitigem, übel riechendem Sekret wird auch an einen Fremdkörper gedacht.

Behandlungsmöglichkeiten

Zunächst steht die einfache Hilfe: aufrecht sitzen, den Kopf leicht nach vorn halten und die unteren zwei Drittel der Nase für mindestens zehn Minuten ruhig zusammendrücken. Wird die Quelle in der vorderen Nase gefunden, wird sie in der Regel koaguliert – mit elektrischem Strom (Elektrokauter) oder chemisch mit einem Ätzmittel, jeweils nach örtlicher Betäubung und nach Abtragen der Blutkruste. Reicht das nicht aus, kommen Tampone, Nasenballons oder eine hintere Tamponade in Betracht; bei wiederholten Blutungen kann ein Gefäß operativ verschlossen werden.

Nach der Koagulation folgt eine Schonzeit: die Nase nicht bohren, nicht kräftig schnäuzen, die Schleimhaut feucht halten und gerinnungshemmende Medikamente nur nach Rücksprache fortsetzen. Da die frisch verschlossene Stelle in den ersten Tagen erneut bluten kann, wird sie kontrolliert; bei wiederholten Episoden werden Gerinnung, Blutdruck und die Nasenverhältnisse erneut beurteilt.