Kopfzentrum Bielefeld
Rekonstruktion der äußeren Nase mit lokalen Lappenplastiken

Die Haut der äußeren Nase kann durch die Entfernung von Tumoren, insbesondere Hautkrebs, oder durch Unfälle geschädigt werden. Kleine Defekte lassen sich oft direkt vernähen oder mit einer Hauttransplantation abdecken. Bei größeren oder ungünstig gelegenen Wunden kommen Lappenplastiken zum Einsatz: Gesunde Haut aus der unmittelbaren Umgebung wird mit ihrer eigenen Blutversorgung in den Defekt verschoben, so dass Farbe und Textur gut zur Nase passen. Welche Lappenform gewählt wird, hängt von der Größe des Defekts, der betroffenen Nasenregion und der Verschieblichkeit der Haut ab.
Lappenplastiken
Für kleinere Defekte an Nasenspitze und Nasenrücken werden häufig doppelt gelappte oder rotierende Lappen verwendet, die aus der Umgebung der Nase in die Wunde eingeschwenkt werden. Defekte an der Seitenwand lassen sich gut mit Lappen aus der Wange oder der Nasolabialfalte decken. Für größere, mehrere Schichten umfassende Defekte steht der Stirnlappen zur Verfügung: Ein gestielter Hautlappen von der Stirn wird über eine schmale Brücke bis zur Nase geführt und dort eingepasst; er wird über die oberwrigende Stirnarterie versorgt und in einer späteren Sitzung vom Stiel getrennt.
Ablauf
Vor dem Eingriff wird der Defekt und die geplante Lappenform anhand von Fotos, Zeichnungen und, wo erforderlich, Bildaufnahmen festgelegt. Der Eingriff selbst erfolgt je nach Umfang in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Der Lappen wird umschnitten, in den Defekt eingeschwenkt und mit feinen Fäden vernäht; die Hebestelle wird direkt verschlossen.
Nach dem Eingriff
Nach dem Eingriff werden Wundpflege, Narbenpflege und Kontrolluntersuchungen angesetzt. Beim Stirnlappen erfolgt in einer zweiten Sitzung nach wenigen Wochen die Trennung des Stiels und die Feinformung der Nase. So können auch ausgedehntere Defekte mit Gewebe versehen werden, das Aussehen und Funktion der Nase erhalten.
Für wen kommt das Verfahren in Frage
Lappenplastiken der äußeren Nase kommen vor allem nach der Entfernung von Hauttumoren oder nach Unfällen in Betracht, wenn ein Defekt nicht direkt verschlossen werden kann. Ob eine Lappenplastik im individuellen Fall geeignet ist und welche Technik gewählt wird, entscheidet das ärztliche Team in der Behandlungsplanung.