Kopfzentrum Bielefeld
Speicheldrüsenbehandlung
Die Speicheldrüsen bilden Speichel, der die Mundschleimhaut befeuchtet und die Verdauung unterstützt. Zu den großen, jeweils paarigen Drüsen gehören Ohrspeicheldrüse, Unterkieferspeicheldrüse und Unterzungenspeicheldrüse. Hinzu kommen viele kleine Drüsen in Lippen, Wangen und Gaumen.

Beschwerden und Ursachen
Entzündungen
Schmerzhafte Schwellungen können auf eine Entzündung hinweisen. Mögliche Ursachen sind Infektionen oder ein gestörter Speichelabfluss. Wiederholte Entzündungen können die Drüse dauerhaft schädigen; welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Ursache ab.
Speichelsteine und Gangverengungen
Ein Speichelstein oder eine Engstelle im Ausführungsgang kann den Speichelabfluss behindern. Typisch sind Schmerzen und Schwellungen, die besonders beim Essen auftreten können. Die Zeichnung zeigt schematisch einen Stein im Ausführungsgang der Unterkieferspeicheldrüse.
Knoten und Tumoren
Auch gutartige oder bösartige Tumoren können eine Schwellung verursachen. Ein neu aufgetretener oder anhaltender Knoten sollte ärztlich untersucht werden, auch wenn er nicht schmerzt.
Untersuchung und Diagnose
Im Gespräch werden Beschwerden, Verlauf und mögliche Auslöser erfasst. Anschließend werden Mundraum und Speicheldrüsen untersucht. Ultraschall hilft, Steine und Veränderungen der Drüse oder ihrer Ausführungsgänge zu beurteilen. Je nach Befund können weitere Untersuchungen, etwa MRT, CT oder eine Gewebeprobe, erforderlich sein.
Behandlungsmöglichkeiten
Entzündungen behandeln
Je nach Ursache können ausreichendes Trinken, eine sanfte Drüsenmassage und speichelanregende Maßnahmen den Speichelfluss unterstützen. Bei einer bakteriellen Infektion können Antibiotika notwendig sein. Welche Maßnahmen geeignet sind, wird nach der Untersuchung festgelegt.
Speichelabfluss wiederherstellen
Bei geeigneten Steinen oder Engstellen kommen drüsenerhaltende Verfahren infrage. Eine Sialendoskopie ermöglicht die Untersuchung des Ausführungsgangs mit einem dünnen Endoskop und kann je nach Befund auch zur Behandlung eingesetzt werden. Die Wahl des Verfahrens richtet sich unter anderem nach Lage und Größe des Steins.
Wann ist eine Operation erforderlich?
Eine Entfernung der Drüse kann bei bestimmten Tumoren oder bei anhaltenden Beschwerden trotz anderer Behandlungen erforderlich sein. Wiederholte Entzündungen bedeuten nicht automatisch, dass die Drüse entfernt werden muss. Bei Tumoren steht die sichere Behandlung im Vordergrund; Gewebe und Nerven werden soweit medizinisch möglich geschont. Die Risiken hängen von der betroffenen Drüse und dem Befund ab.
Nachsorge
Nach der Behandlung werden Heilungsverlauf und Speichelabfluss kontrolliert. Wurde Gewebe entnommen, wird der feingewebliche Befund besprochen. Weitere Kontrollen richten sich nach der Erkrankung und dem gewählten Verfahren.