Startseite

Kopfzentrum Bielefeld

Stimmlippenaugmentation bei einseitiger Recurrensparese

Hals & Kopf
Farbige Zeichnung: Blick von oben auf den Kehlkopf – links eine gelähmte Stimmlippe mit Spalt, in die mit feiner Nadel Füllmaterial eingebracht wird; rechts beide Stimmlippen nach der Augmentation vollständig geschlossen

Bei einer einseitigen Lähmung des Stimmlippennerven (Nervus recurrens) schließen die Stimmlippen nicht mehr vollständig. Typische Folgen sind eine heisere, verhauchte Stimme, rasche Stimmermüdung und Verschlucken. Ursachen sind etwa Operationen an Schilddrüse oder Brustkorb, Tumoren oder Virusinfekte.

Prinzip der Augmentation

Bei der Augmentation wird ein Füllmaterial, etwa Hyaluronsäure, Calciumhydroxylapatit oder körpereigenes Fett, in die gelähmte Stimmlippe eingebracht. Sie wird dadurch voluminöser und rückt zur Mitte, sodass die gesunde Stimmlippe sie beim Sprechen und Schlucken wieder erreicht.

Ablauf

Je nach Befund erfolgt die Injektion in örtlicher Betäubung unter endoskopischer Sicht oder in kurzer Vollnarkose über das Mikroskop. Resorbierbare Materialien eignen sich zur Überbrückung, solange sich der Nerv noch erholen kann; bei dauerhafter Lähmung kommen länger wirksame Materialien oder eine operative Medialisierung in Betracht. Logopädie unterstützt die Stimmrehabilitation.