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Kopfzentrum Bielefeld

Transkranielle Magnetstimulation bei chronischem Tinnitus

Ohr & Hören & Schwindel
Zeichnung: transkranielle Magnetstimulation mit einer Spule am seitlichen Kopf und schematischer Darstellung des Magnetfelds im Gehirn

Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) erzeugt eine auf die Kopfhaut aufgelegte Spule kurze magnetische Impulse. Das Verfahren wird unter anderem zur Beeinflussung der Aktivität von Hirnarealen untersucht, die an der Wahrnehmung und Verarbeitung von Ohrgeräuschen beteiligt sind.

Einordnung bei chronischem Tinnitus

Die rTMS ist keine etablierte Standardbehandlung des chronischen Tinnitus. Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt sie hierfür nicht, da ein verlässlicher therapeutischer Nutzen nicht ausreichend belegt ist. Studien liefern unterschiedliche Ergebnisse; eine dauerhafte Besserung oder Heilung kann nicht zugesichert werden.

Vor einer Entscheidung stehen die HNO-ärztliche Abklärung und die Besprechung leitliniengerechter Möglichkeiten, etwa Beratung, tinnitusbezogene Verhaltenstherapie und bei entsprechender Hörminderung eine Hörgeräteversorgung. Diese Seite beschreibt das Verfahren und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

Ablauf und Sicherheit

Während der Stimulation befindet sich die Spule an der Kopfhaut. Die Impulse erzeugen ein deutliches Klickgeräusch; geeigneter Gehörschutz ist wichtig. Ob und unter welchen Bedingungen eine Anwendung infrage kommt, muss vorab durch ein entsprechend qualifiziertes Behandlungsteam geprüft werden.

Mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen sowie Schmerzen oder Unbehagen an der Kopfhaut. Selten können Krampfanfälle auftreten. Eine Epilepsie oder frühere Krampfanfälle sowie metallische oder elektronische Implantate im Kopfbereich müssen vor der Anwendung angegeben und sorgfältig beurteilt werden. Dies gilt besonders für Cochlea-Implantate; die Gerätesicherheit muss individuell geprüft werden.

Medizinische Quellen