Kopfzentrum Bielefeld
Tympanoplastik mit TORP und PORP bei Schallleitungsschwerhörigkeit

Bei einer Schallleitungsschwerhörigkeit wird der Schall im äußeren Ohr oder Mittelohr nicht ausreichend zum Innenohr weitergeleitet. Wenn die Gehörknöchelchenkette geschädigt oder unterbrochen ist, kann im Rahmen einer Tympanoplastik eine Rekonstruktion mit einer Gehörknöchelchenprothese (Ossikuloplastik) infrage kommen. Ob eine Operation geeignet ist, hängt von der Ursache, dem Hörbefund und dem Zustand des Mittelohrs ab.
PORP: Teilersatz der Gehörknöchelchenkette
Eine PORP (Partial Ossicular Replacement Prosthesis) überbrückt einen Teil der Gehörknöchelchenkette. Sie wird typischerweise eingesetzt, wenn der Oberbau des Steigbügels erhalten und beweglich ist. Die Prothese verbindet das Trommelfell beziehungsweise verbliebene Gehörknöchelchen mit dem Steigbügelkopf.
TORP: vollständiger Ersatz
Eine TORP (Total Ossicular Replacement Prosthesis) überbrückt die Gehörknöchelchenkette bis zur Steigbügelfußplatte, wenn der Steigbügeloberbau fehlt. Voraussetzung für diese typische Rekonstruktion ist eine bewegliche Fußplatte. Die Auswahl von Prothese, Größe und Befestigung richtet sich nach der während der Operation vorgefundenen Anatomie.
Ziel, Risiken und Grenzen
Ziel der Rekonstruktion ist eine Verbesserung der Schallübertragung. Eine bestimmte Hörverbesserung kann nicht zugesichert werden. Trommelfellzustand, Belüftung, Entzündungen, Vernarbungen und frühere Operationen beeinflussen das Ergebnis; auch nach der Operation kann eine Hörminderung bestehen bleiben.
Die Prothese kann sich verlagern oder durch das Trommelfell austreten. Vernarbungen oder erneute Mittelohrerkrankungen können das Ergebnis verschlechtern und eine weitere Operation erforderlich machen. Vor dem Eingriff werden die individuellen Operationsrisiken und Alternativen besprochen, einschließlich einer möglichen Hörgeräteversorgung. Diese Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung.
Nachsorge
Nach einer Tympanoplastik werden Wundheilung, Trommelfell und Hörvermögen kontrolliert. Hinweise zu Ohrschutz, Wasser, körperlicher Belastung und Druckausgleich gibt das behandelnde Team entsprechend dem konkreten Eingriff und Heilungsverlauf.