Startseite

Kopfzentrum Bielefeld

Diagnostik

Untersuchung, Operation und stationäre Behandlung finden im Kopfzentrum Bielefeld an einem Ort statt. Welche Verfahren eingesetzt werden, richtet sich nach den Beschwerden und dem Befund der ärztlichen Untersuchung.

Zeichnung: Stimmgabel, Hörkurven-Chart, Otoskop und Lupe über einem Muttermal

01

Flexible digitale Videoendoskopie

Mit einem sehr dünnen, flexiblen Endoskop mit kleiner Kamera lassen sich Nasenhöhlen, Nasenrachen, Rachen und Kehlkopf von innen betrachten. Das Bild erscheint auf einem Monitor, sodass Befund und Untersuchung gemeinsam angesehen werden können. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil, eine Behandlerin führt ein dünnes flexibles Endoskop in ein Nasenloch ein; auf dem Monitor daneben ist die vergrößerte Ansicht von Kehlkopf und Stimmbändern zu sehen

Ablauf

Vor der Untersuchung wird die Nasenschleimhaut kurz angesprüht: Das Spray lässt die Schleimhaut leicht abschwellen und betäubt die Oberfläche. Anschließend wird das flexible Endoskop vorsichtig über den Nasenboden eingeführt. Dabei werden Nasenscheidewand, Nasenmuscheln, die engen Passagen zu den Nebenhöhlenöffnungen und der Nasenrachen beurteilt. Danach lassen sich Rachen und Kehlkopf betrachten.

Was die Untersuchung zeigt

Die Endoskopie macht Bereiche sichtbar, die von außen nicht einsehbar sind: Schleimhautschwellungen, Engstellen, Polypen, Sekretstraßen, Veränderungen an der Tubenöffnung und Befunde am Kehlkopf. Bei Bedarf kann dabei Zellmaterial entnommen werden.

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung kann ein eindeutiger endoskopischer Befund die weitere Abklärung verkürzen: Nach einer Fachübersicht ist eine Computertomographie bei einem positiven Nasenendoskopie-Befund nicht zwingend erforderlich. Ob eine Aufnahme nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Befund und Verlauf.

Kehlkopf und Stimme

Bei anhaltender Heiserkeit gehört die Betrachtung des Kehlkopfs zur Abklärung: Die internationale Fachempfehlung zur Heiserkeit sieht vor, den Kehlkopf darstellen zu lassen, wenn eine Heiserkeit länger als vier Wochen besteht. Beweglichkeit, Stellung und Oberfläche der Stimmlippen lassen sich endoskopisch beurteilen; für die Feinbeweglichkeit der Stimmlippen gibt es ergänzende Verfahren.

Häufige Patientenfragen

Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Die Anweisungen Ihres untersuchenden Teams sind maßgeblich.

02

Hördiagnostik

Subjektive Hörtests und objektive Messverfahren ergänzen sich. Die Auswahl richtet sich nach Alter, Beschwerden und Untersuchungsbefund; einzelne Messungen ergeben für sich allein keine vollständige Hördiagnose.

Audiometrie (Tonschwellenaudiometrie)

Über Kopfhörer werden Töne unterschiedlicher Tonhöhe und Lautstärke angeboten. Sie geben an, wann Sie einen Ton wahrnehmen. Daraus entsteht ein Audiogramm mit den jeweiligen Hörschwellen. Bei Bedarf ergänzt eine Knochenleitungsmessung die Untersuchung.

Zeichnung: sitzende Patientin mit Kopfhörern hebt den Zeigefinger, sobald sie einen Ton hört; daneben bedient eine Behandlerin ein Audiometer, dessen Bildschirm ein Audiogramm mit zwei Kurven zeigt

Sprachaudiometrie

Sie hören Wörter oder Zahlen und wiederholen, was Sie verstanden haben. Die Messung erfasst das Sprachverstehen bei unterschiedlichen Lautstärken; je nach Fragestellung kann auch im Störgeräusch geprüft werden.

Tympanometrie

Eine Sonde im Gehörgang verändert kurzzeitig den Luftdruck und misst die Beweglichkeit von Trommelfell und Mittelohr. Die Untersuchung kann Hinweise auf einen Paukenerguss oder eine Belüftungsstörung geben, misst aber nicht direkt das Hörvermögen.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil, in deren Gehörgang eine kleine Sonde eingesetzt ist; über feine Schläuche mit einem Messgerät verbunden, dessen Bildschirm eine glockenförmige Kurve zeigt

OAE – otoakustische Emissionen

Eine kleine Sonde erfasst leise Schallantworten der Hörschnecke nach einem Schallreiz. Diese objektive Messung gibt Hinweise auf die Funktion der äußeren Haarzellen. Mittelohrprobleme können das Ergebnis beeinflussen; OAE allein schließen nicht jede Hörstörung aus.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil mit kleinem Ohrprüfstein im Gehörgang; ein Kabel führt zu einem Messgerät auf dem Tisch, dessen Bildschirm ein Raster mit zwei Kurven zeigt

DPOAE – Distorsionsprodukt-OAE

Zwei Töne werden gleichzeitig angeboten. Die Sonde misst die dabei in der Hörschnecke entstehenden zusätzlichen Schallantworten. DPOAE ermöglichen eine frequenzbezogene Beurteilung der äußeren Haarzellfunktion.

TOAE / TEOAE – transitorisch evozierte OAE

Kurze Schallreize, meist Klicks, lösen messbare Antworten der Hörschnecke aus. Die übliche Fachabkürzung lautet TEOAE. Das Verfahren wird unter anderem beim Hörscreening eingesetzt und ergänzt weitere Hörprüfungen.

BERA mit Schwellenbestimmung

Elektroden auf der Haut erfassen elektrische Antworten der Hörbahn bis zum Hirnstamm auf Schallreize. Durch Veränderung der Reizlautstärke lässt sich die Hörschwelle abschätzen. Die Untersuchung erfordert Ruhe und ist besonders hilfreich, wenn aktive Antworten beim Hörtest nicht zuverlässig möglich sind.

Farbige Zeichnung einer BERA-Untersuchung: ruhende Patientin mit In-Ear-Hörtelefon und Elektroden an Stirn, hinter dem Ohr und am Hals, daneben gestapelte Messkurven und abgestuft leisere Schallreize

Elektrocochleographie

Elektroden erfassen schallausgelöste elektrische Potentiale aus der Hörschnecke und dem angrenzenden Hörnerv. Die Elektrodenplatzierung hängt vom Verfahren ab und wird vorab erläutert. Die Messung kann bei ausgewählten Innenohrfragestellungen ergänzen, erlaubt allein jedoch keine sichere Diagnose eines Morbus Menière.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil mit Elektroden an Stirn, hinter dem Ohr und am Hals sowie einer feinen Sonde im Gehörgang; ein Kabel führt zu einem Messgerät auf dem Tisch, dessen Bildschirm zwei übereinander dargestellte Messkurven mit einer deutlich höheren unteren Kurve zeigt

Tinnitusbestimmung

Tinnitus ist die Wahrnehmung eines Geräuschs ohne äußere Schallquelle. Zur Bestimmung gehören die genaue Beschreibung des Geräuschs sowie die Messung von Tonhöhe und Lautstärke: Bei der sogenannten Tinnitus-Matching-Prüfung wird ein Vergleichston so lange angepasst, bis er dem eigenen Ohrgeräusch entspricht. Ergänzend kann erfasst werden, ab welchem Pegel ein Rauschen den Tinnitus ganz oder teilweise überdeckt.

Weil Tinnitus häufig mit einer Hörminderung einhergeht, gehören Tonschwellen- und Sprachaudiometrie zur Abklärung. Standardisierte Fragebögen erfassen zusätzlich, wie stark der Tinnitus den Alltag beeinträchtigt, und machen Verläufe vergleichbar. Diese Messungen beschreiben den Tinnitus, zeigen aber nicht für sich allein die Ursache. Neu aufgetretener, einseitiger oder pulsierender Tinnitus sowie Tinnitus mit plötzlichem Hörverlust sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

03

Schwindel und Gleichgewicht

Gleichgewicht entsteht durch das Zusammenspiel von Innenohr, Augen und Körperwahrnehmung. Die folgenden Verfahren untersuchen unterschiedliche Anteile dieses Systems und werden zusammen mit der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung beurteilt.

Unterberger-Tretversuch

Unter Sicherung durch das Untersuchungsteam treten Sie mit geschlossenen Augen auf der Stelle. Drehung oder Abweichung werden beobachtet. Der Test ist eine orientierende Ergänzung und lokalisiert eine Gleichgewichtsstörung nicht zuverlässig für sich allein.

Romberg-Test

Das Team beobachtet Ihren Stand mit eng zusammenstehenden Füßen, zunächst mit offenen und dann mit geschlossenen Augen. Veränderungen der Standstabilität geben Hinweise auf das Zusammenspiel der Sinnessysteme. Der Test ist nicht spezifisch für eine Erkrankung des Innenohrs.

cVEMP – zervikale vestibulär evozierte myogene Potentiale

Schallreize oder Vibrationen lösen Reflexantworten aus, die über Hautelektroden am angespannten Halsmuskel gemessen werden. cVEMP beurteilen vor allem die Funktion des Sakkulus und zugehöriger vestibulärer Reflexbahnen.

Zeichnung: sitzende Patientin mit nach einer Seite gedrehtem Kopf und angespanntem Halsmuskel; Elektroden auf dem Hals und an der Stirn, ein Hörtelefon im Gehörgang; ein Kabel führt zu einem Messgerät auf dem Tisch, dessen Bildschirm eine Messkurve mit deutlichem Gipfel und Tal zeigt

oVEMP – okuläre vestibulär evozierte myogene Potentiale

Elektroden unter den Augen erfassen Reflexantworten auf Schallreize oder Vibrationen, während Sie nach oben schauen. oVEMP liefern vor allem Informationen über den Utrikulus und zugehörige Reflexbahnen. Beide VEMP-Verfahren ergänzen andere Gleichgewichtsuntersuchungen.

Farbige Zeichnung einer oVEMP-Untersuchung: Patientin mit Blick nach oben, kleine Elektroden unter beiden Augen, daneben zwei Messkurven auf einem Raster

Videonystagmographie (VNG)

Bei der Videonystagmographie zeichnet eine Messbrille mit eingebauter Kamera die Augenbewegungen auf. Die Untersuchung besteht aus mehreren Abschnitten: dem Folgen von Ziellichtern, der Prüfung schneller Blicksprünge, der Lagerungsprüfung in verschiedenen Kopfpositionen und – falls ärztlich veranlasst – der Kalorikprüfung, bei der ein wärmer oder kühler Luftstrom einen kurzzeitigen Drehschwindel auslöst. Aus Richtung, Form und Stärke dieser Augenbewegungen lässt sich ableiten, ob das Gleichgewichtsorgan auf einer oder beiden Seiten verändert reagiert.

Die VNG ist schmerzfrei und dauert meist ein bis zwei Stunden. Vor der Untersuchung sollten Sie kein Make-up tragen und auf Alkohol sowie Koffein verzichten. Bestimmte Medikamente können das Ergebnis beeinflussen; sprechen Sie vor dem Termin mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob Sie sie pausieren sollen, und setzen Sie nichts eigenmächtig ab. Kurzzeitig können Benommenheit oder Übelkeit auftreten, weshalb eine Abholung empfehlenswert ist.

Ocular-Counter-Roll-Test

Beim Ocular-Counter-Roll-Test wird mit einer Video-Messbrille erfasst, wie sich die Augen drehen, wenn Kopf oder Körper seitlich geneigt werden: Sie rotieren als Reflex leicht in die Gegenrichtung. Die Messung gibt Hinweise auf die von den Otolithen vermittelte Wahrnehmung von Schwerkraft und Lage, vorwiegend des Utrikulus. Das Verfahren ergänzt andere Gleichgewichtsuntersuchungen, ersetzt keine Bildgebung und ist nicht bei jeder Schwindelform erforderlich.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS)

Bei der transkraniellen Magnetstimulation erzeugt eine Spule über dem Kopf kurze magnetische Impulse, die die Großhirnrinde aktivieren; über Elektroden werden die daraus folgenden Muskelantworten abgeleitet. In der HNO-Heilkunde dient das Verfahren bisher vor allem der Forschung, um die Verbindungen zwischen Gleichgewichtsorgan und Gehirn zu untersuchen. Es gehört nicht zur routinemäßigen Diagnostik in einer HNO-Klinik und ist vor allem in neurologischen oder wissenschaftlichen Fragestellungen von Bedeutung.

Vor einer Anwendung müssen Gegenanzeigen geklärt werden, etwa eine Epilepsie, ein Hirnschrittmacher oder Metallimplantate im Kopfbereich. Ob eine solche Untersuchung überhaupt benötigt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach der klinischen Beurteilung; durchgeführt wird sie in dafür ausgestatteten neurologischen oder Forschungsabteilungen.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil mit einer TMS-Spule, die auf einem verstellbaren Arm am Hinterkopf hält; Elektroden mit dünnen Kabeln hinter dem Ohr, am Hals und an der Schulter führen zu einem Messgerät mit zwei Kurven

Kopf-Impulstest

Für den Kopf-Impulstest richten Sie den Blick auf einen Punkt, während die Ärztin oder der Arzt Ihren Kopf rasch und behutsam nach links oder rechts dreht. Bei intakter Gleichgewichtsfunktion folgen die Augen dieser Bewegung automatisch, ohne dass der Blickpunkt verloren geht. Wird die Bewegung nicht korrekt ausgeglichen, macht das Auge eine kleine Nachstellbewegung – ein Hinweis darauf, dass das Gleichgewichtsorgan auf dieser Seite schwächer arbeitet.

In der videogestützten Form (vHIT) werden die Augenbewegungen mit einer kleinen Brille aufgezeichnet. So lässt sich die Blickfolgestärke für jeden einzelnen Bogengang messen, und auch kleine Nachstellbewegungen werden erfasst. Der Test dauert nur wenige Minuten und ergänzt andere Untersuchungen wie die kalorische Prüfung – er ersetzt sie nicht.

Farbige Zeichnung des Kopf-Impulstests: Eine Ärztin steht hinter einer aufrecht sitzenden Patientin im Profil und hält deren Kopf mit beiden Händen, während die Patientin auf einen roten Punkt auf Blickhöhe schaut

04

Nase, Nasenatmung und Tubenmanometrie

Gehörgang und Trommelfell werden mikroskopisch, Nase und Nasenrachen endoskopisch beurteilt. Bei Beschwerden durch eine mögliche Belüftungsstörung der Eustachischen Röhre können ergänzende Funktionsmessungen sinnvoll sein. Ob eine Messung der Nasenatmung benötigt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Untersuchung und Fragestellung.

Tubenmanometrie

Während Sie schlucken, wird über die Nase ein definierter Luftdruck angeboten. Eine Messung am Ohr erfasst, ob und wann sich die Eustachische Röhre öffnet und Druck zum Mittelohr weiterleitet. Die Ergebnisse werden mit Beschwerden, Trommelfellbefund und weiteren Tests abgeglichen; die Messung allein beweist oder widerlegt eine Tubenfunktionsstörung nicht.

Farbige Zeichnung einer Tubenmanometrie: ruhende Patientin im Profil mit feinem Katheter im Nasenloch und Messfühler mit Silikontipp im Gehörgang, beide über dünne Schläuche mit einem Messgerät verbunden, dessen Display zwei Kurven zeigt

Rhinomanometrie

Die aktive anteriore Rhinomanometrie misst während der freien Atmung den Luftdruck vor der Nasenöffnung und den Luftstrom. Aus beiden Größen wird der Strömungswiderstand der Nasenatmung berechnet, getrennt für die rechte und die linke Nasenseite. Der Wert zeigt, wie leicht oder wie beschwert die Atmung in diesem Moment ist. Die Ergebnisse hängen davon ab, wie stark die Schleimhaut gerade geschwollen ist, und können sich im Tagesverlauf ändern; beurteilt werden sie zusammen mit den Beschwerden und dem endoskopischen Befund.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil, die ruhig durch die Nase atmet; in einem Nasenloch sitzt ein kleiner weicher Stöpsel, der über einen dünnen Schlauch mit einem Messgerät auf dem Tisch verbunden ist, dessen Bildschirm zwei wellenförmige Kurven über den Atemzyklus zeigt

Rhinoresistometrie

Bei der Rhinoresistometrie wird der Nasenwiderstand fortlaufend über den Atemzyklus dargestellt und nicht nur als Einzelwert. So lässt sich beobachten, wie sich der Widerstand beim Ein- und Ausatmen verändert. Diese Darstellung kann auf eine instabile Nasenatmung hinweisen, die sich während der Atmung verengt. Auch sie beantwortet nicht für sich allein, wo eine Verengung sitzt, und wird gemeinsam mit Endoskopie und Rhinomanometrie beurteilt.

Akustische Rhinometrie

Die akustische Rhinometrie – gelegentlich akustische Rhinomanometrie genannt – arbeitet mit Schallimpulsen: Ein kurzer Ton wird in die Nase gesandt, und aus den zurückgeworfenen Echos berechnet ein Gerät, wie groß der Querschnitt der Nasenhöhle in verschiedenen Abständen ist. Damit lassen sich die engste Querschnittsfläche und das Volumen der Nasenhöhle angeben. Die Methode beschreibt die Form der Nasenwege, nicht aber den Luftstrom oder den Strömungswiderstand und wird deshalb häufig zusammen mit der Rhinomanometrie eingesetzt.

FeNO-Messung

Bei der FeNO-Messung atmen Sie ruhig und gleichmäßig in ein kleines Messgerät. Ausgewertet wird der Anteil von Stickstoffmonoxid (NO) in der Ausatemluft. Die Untersuchung ist nicht-invasiv, dauert nur wenige Minuten und ergänzt die Lungenfunktion – sie ersetzt sie nicht.

Ein erhöhter Wert kann auf eine bestimmte Form der Atemwegsentzündung hinweisen, wie sie zum Beispiel bei allergischem Asthma auftritt. Für Erwachsene gilt ein Wert unter 25 ppb als niedrig, ein Wert über 50 ppb als erhöht. Der FeNO-Wert allein stellt keine Diagnose; das ärztliche Team bewertet ihn zusammen mit Untersuchung, Lungenfunktion und weiteren Befunden.

Zeichnung: sitzende Patientin im Profil atmet ruhig über ein Mundstück mit Schlauch in ein Handmessgerät; eine Behandlerin hält das Gerät, dessen Display eine Kurve zeigt

05

Allergien

Mit dem MADx-Allergietest können Antikörper gegen 295 Allergene aus einer Blutprobe untersucht werden. Die Ergebnisse helfen, mögliche Auslöser einzuordnen und die weitere Behandlung abzustimmen.

Zeichnung: Blutprobe im Röhrchen, eine Pipette gibt Serum auf einen kleinen Testträger mit vielen feinen Feldern für Allergene, daneben ein Auslesegerät mit Display
Quelle

06

Schlaf

Zur Abklärung von Schnarchen und Schlafapnoe steht die Polysomnographie zur Verfügung – mit einem Heimgerät für die Schlafüberwachung zu Hause oder als komplette stationäre Schlafüberwachung. Mit der medikamenteninduzierten Schlafvideoendoskopie (MISE) lässt sich das Verhalten der Atemwege im Schlaf beurteilen.

Zeichnung: schlafende Patientin im Bett mit kleinen Elektroden an Kopf, Stirn und Kinn sowie einem Sensor am Finger; feine Kabel führen zu einem Messgerät mit mehreren Messkurven auf dem Bildschirm
Quelle

07

Haut

Beim Hautkrebsscreening werden Hautveränderungen hochauflösend fotografiert und softwaregestützt mit früheren Aufnahmen verglichen. Ergänzend setzen wir eine KI-gestützte Analyse ein, die die ärztliche Beurteilung unterstützt; die Einschätzung erfolgt durch die Fachärztin oder den Facharzt.

Zeichnung: Patientin auf der Untersuchungsliege; mit einem Dermatoskop wird eine Hautstelle am Rücken betrachtet, daneben eine vergrößerte Ansicht der Hautveränderung
Quelle

08

Kopf und Hals

Zur Abklärung von Veränderungen im Kopf-Hals-Bereich können Endoskopien einschließlich einer Panendoskopie, eine Feinnadelpunktion oder Gewebeentnahme sowie Blutuntersuchungen eingesetzt werden. Je nach Befund werden zusätzliche bildgebende Verfahren wie CT, MRT oder PET veranlasst.

Quelle

09

Hyperbare Druckkammer – Therapie

Die hyperbare Sauerstofftherapie ist keine diagnostische Untersuchung. In einer Druckkammer wird medizinischer Sauerstoff unter erhöhtem Umgebungsdruck geatmet. Ob diese ergänzende Therapie im individuellen Fall infrage kommt, erfordert eine gesonderte ärztliche Abwägung.

Indikation, Vorbereitung und Risiken

Vor einer Behandlung werden die konkrete Indikation, mögliche Gegenanzeigen und die Fähigkeit zum Druckausgleich geprüft. Zu den Risiken gehören insbesondere Druckschäden an Ohren und Nebenhöhlen; auch weitere Nebenwirkungen sind möglich. Nutzen, Alternativen, Ablauf und Kostenübernahme werden vorab besprochen. Das Team klärt mit Ihnen, ob und wo eine Druckkammerbehandlung durchgeführt werden kann.

10

Geruch und Geschmack

Ein nachlassender Geruchssinn trübt auch das Geschmacksempfinden und schwächt die Warnfunktion der Nase – etwa bei Brandgeruch oder verdorbenen Lebensmitteln. Geprüft wird mit standardisierten Testsets; die Ergebnisse werden zusammen mit Nasenendoskopie und Krankengeschichte beurteilt.

Geruchstest (olfaktorische Prüfung)

Geprüft werden drei Teilaspekte: das Wiedererkennen von Gerüchen (Identifikation), das Unterscheiden ähnlicher Gerüche (Diskrimination) und die niedrigste Konzentration, die gerade noch wahrgenommen wird (Schwelle). Standardisierte Testsets – etwa mit Duftstiften oder Duftkarten – liefern vergleichbare Werte, die mit Altersreferenzen abgeglichen werden. Die Untersuchung setzt eine hinreichend freie Nasenatmung voraus; bei Schnupfen oder unmittelbar nach abschwellendem Nasenspray wird sie zu einem anderen Zeitpunkt durchgeführt.

Farbige Zeichnung einer Geruchsprüfung: Patientin mit geschlossenen Augen, eine Hand hält einen Duftstift vor die Nase, daneben ein Ständer mit weiteren Duftstiften und kleine Braunglasfläschchen

Geschmackstest

Für die Grundqualitäten süß, sauer, salzig, bitter und umami werden Lösungen oder getränkte Teststreifen auf die Zunge aufgebracht und benannt. Da ein großer Teil dessen, was wir als Geschmack erleben, über die Nase entsteht (retronasales Riechen), wird bei Geschmacksbeschwerden in der Regel auch das Riechen untersucht.

Wann ist eine Prüfung sinnvoll?

Eine Abklärung ist sinnvoll, wenn der Geruchssinn nachlässt oder fehlt, nach Atemwegsinfekten oder Kopfverletzungen, bei Nasenpolypen und chronischen Nebenhöhlenentzündungen sowie bei ausgewählten neurologischen Fragestellungen. Ob und wie sich eine Geruchsstörung behandeln lässt, hängt von der Ursache ab. Vorab klärt das Team, welche Untersuchung erforderlich ist und ob sie hier oder in einer spezialisierten Einrichtung stattfindet.

11

Humane Papillomviren (HPV)

Humane Papillomviren (HPV) sind unbehüllte Viren mit einem ringförmigen, doppeltsträngigen DNA-Genom. Beschrieben sind mehr als 230 Typen, davon kommen etwas mehr als 40 im Anogenitalbereich vor. Nach ihrem onkogenen Potenzial werden sie in Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen unterschieden.

Zeichnung: HPV-Kapside, Abstrichbürste, Probenröhrchen und Nachweiskarte

Probenentnahme

Für den Nachweis wird Zellmaterial mit einer kleinen Bürste oder einem Spatel abgenommen. Die Entnahme ist rasch erledigt und wird meist als gut verträglich beschrieben; das Material kommt in einer Trägerflüssigkeit ins Labor.

Molekularer Nachweis und Typisierung

Im Labor wird die virale DNA in der Regel mit einer PCR nachgewiesen. Dabei lässt sich zugleich bestimmen, ob ein Hochrisiko- oder ein Niedrigrisiko-Typ vorliegt. Dieses Ergebnis beeinflusst die weitere Abklärung und die Kontrollintervalle.

Bezug zu Kopf und Hals

Hochrisiko-Typen können neben dem Anogenitalbereich auch den Mund- und Rachenraum betreffen. Ein erheblicher Teil der Plattenepithelkarzinome im Mund- und Rachenraum geht auf eine HPV-Infektion zurück. Auffällige Befunde in diesem Bereich werden deshalb ärztlich abgeklärt.

Häufige Patientenfragen

Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Die Anweisungen Ihres untersuchenden Teams sind maßgeblich.

12

Virusdiagnostik

Der direkte Erregernachweis gelingt heute überwiegend mit molekularen Verfahren. Sie untersuchen eine Probe auf virale Erbsubstanz und eignen sich für Viren, die im Kopf-Hals-Bereich auftreten – etwa Herpes-simplex- oder Varizella-Zoster-Viren.

Zeichnung: PCR-Gerät mit Amplifikationskurven auf dem Monitor, Pipette und Röhrchenständer

PCR als Verfahren der ersten Wahl

Der Nachweis von Virus-DNA mittels PCR gilt bei Herpes-simplex- und Varizella-Zoster-Viren als Standardverfahren: Er ist besonders empfindlich und spezifisch, liefert Ergebnisse meist innerhalb von 24 Stunden und unterscheidet die Virustypen voneinander.

Antikörper, Anzucht und Schnelltests

Antikörpernachweise im Blut zeigen eine zurückliegende oder aktuelle Auseinandersetzung mit dem Erreger, sind für die zeitliche Einordnung aber weniger genau. Virusanzucht und direkte Fluoreszenzmarkierung funktionieren vor allem in frühen Läsionen.

Wann ein Test sinnvoll ist

Ein Test ist vor allem dann hilfreich, wenn die Therapie davon abhängt – etwa bei einer Gürtelrose im Gesicht, bei plötzlichen Hör- oder Gleichgewichtsänderungen mit Bläschen, bei Verdacht auf eine virusbedingte Gesichtslähmung oder bei Riech- und Schmeckstörungen nach Infekten. Die Entscheidung trifft die untersuchende Ärztin oder der Arzt nach Befund und Verlauf.

Häufige Patientenfragen

Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Die Anweisungen Ihres untersuchenden Teams sind maßgeblich.

13

EKG (Elektrokardiogramm)

Das EKG zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Elektroden auf der Haut leiten die Signale an ein Gerät weiter, das sie als Kurven darstellt. Es ist in der Regel die erste und schnellste Untersuchung, wenn die Belastbarkeit des Herzens abgeklärt werden soll.

Zeichnung: EKG-Gerät mit Papierstreifen und Herzkurve, dazu Elektroden mit Zuleitungen

Ablauf

Für das Ruhe-EKG liegen Sie entspannt auf einer Liege. Kleine Elektroden werden an Brust, Armen und Beinen angebracht und über Kabel mit dem EKG-Gerät verbunden; die Messung dauert nur wenige Minuten.

Was die Kurven zeigen

Die Ausschläge der Kurve folgen dem Erregungsablauf des Herzens. Aus Höhe, Steilheit, Dauer und zeitlichen Abständen der Ausschläge lassen sich Rhythmus, Frequenz und Störungen der Erregungsbildung beurteilen.

Warum das EKG hier eine Rolle spielt

Vor einer Narkose und einer stationären Behandlung gehört die Frage nach der Belastbarkeit des Herzens zur Abklärung. Bei Herzrasen, Herzstolpern, Schwindel oder Luftnot wird das EKG ergänzt – gegebenenfalls um ein Langzeit- oder Belastungs-EKG.

Häufige Patientenfragen

Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Die Anweisungen Ihres untersuchenden Teams sind maßgeblich.

14

Lungenfunktion und Spirometrie

Bei der Spirometrie atmen Sie über ein Mundstück in ein Messgerät, während die Nase mit einer Klemme verschlossen ist. Das Gerät misst, welche Luftmengen Sie ein- und ausatmen und wie schnell die Ausatmung erfolgt. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft, erfordert aber Ihre gute Mitarbeit.

Zeichnung: Spirometer mit Monitor und Fluss-Volumen-Kurve, Mundstück mit Filter und Nasenklemme

Ablauf

Nach einer kurzen Anleitung atmen Sie tief ein und blasen die Luft so kräftig und so lange wie möglich in das Mundstück. Die Messung wird mehrmals wiederholt; sie dauert in der Regel weniger als zehn Minuten.

Die wichtigsten Werte

Ausgewertet werden vor allem die Menge der Luft, die in der ersten Sekunde ausgeatmet wird (FEV1), und die insgesamt ausgeatmete Menge (FVC). Aus ihrem Verhältnis erkennen Ärztinnen und Ärzte, ob die Atemwege verengt oder das Lungenvolumen verkleinert ist.

Wann eine Messung sinnvoll ist

Anlass geben ungeklärte Atemnot, anhaltender Husten oder Auswurf, eine Verlaufskontrolle bei Asthma oder COPD sowie die Risikoabschätzung vor einer Operation. Auch im Rahmen der Schlafmedizin kann die Lungenfunktion ergänzend abgeklärt werden.

Häufige Patientenfragen

Diese allgemeinen Informationen ersetzen keine persönliche ärztliche Beratung. Die Anweisungen Ihres untersuchenden Teams sind maßgeblich.

Nach der Untersuchung

Die Ergebnisse werden in der Klinik besprochen. Gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten wird das weitere Vorgehen festgelegt – von der Beobachtung über eine konservative Behandlung bis zur Operation.

Typische Anlässe

Die Behandlungsschwerpunkte dieser Website beschreiben die Beschwerden, bei denen eine Abklärung ratsam ist: plötzliche Höränderungen und Tinnitus, eine behinderte Nasenatmung, wiederkehrende Entzündungen, Schnarchen mit Atemaussetzern sowie Veränderungen der Haut. Im Zweifel klärt ein erstes Gespräch, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind.